Es gibt nur zwei giftige Echsenarten auf der Welt. Die Gila-Krustenechse, die in Südwestamerika und in Mexiko lebt und ihre nahe Verwandte, die Skorpions-Krustenechse. Die Gila-Krustenechse bewegt sich nur sehr langsam und ernährt sich hauptsächlich von Eiern und jungen Tieren und anderen Kriechtieren. Wenn die Krustenechse sehr viel Nahrung zu sich genommen hat, kann sie Fettreserven in ihrem Schwanz speichern. In Zeiten, in denen weniger Nahrung zur Verfügung steht, verbraucht die Echse diesen Fettvorrat. So kann sie lange Zeit ohne Nahrung überleben. Die Gila-Krustenechse lebt in der Sonora- und Arizona-Wüste. Mit ihrer durchlässigen Haut ist sie nur unzureichend an das Wüstenleben angepasst. Die Skorpions-Krustenechse bewohnt die feuchten subtropischen Wälder Mexikos. Die seltene schwarze Art dieser Echse findet man an ganz wenigen Orten im tropischen Chiapas in Südmexiko. Durch Rodungsarbeiten ist ihre Existenz sehr bedroht.
Die Gruppe der Warane ist vielgestaltig. Einige von ihnen leben amphibisch in der Nähe des Meeres, andere in Felsengebieten oder auf Bäumen. Warane leben heute noch in Afrika, Australien und Süd- und Südostasien. Man geht davon aus, daß sie einst die gesamte Welt bevölkert haben. Allerdings sind nicht viele fossile Funde von Waranen erhalten. Dies ist auch bedingt durch die Größe, die die Urverwandten der heute noch lebenden Vertreter hatten. Die ersten Waran-ähnlichen Echsen kann man für die späte Jura (vor 180 Mio. Jahren) nachweisen. Der kleinste ist der Zwergwaran (Varanus brevicauda) mit 20 cm Länge. Zwergwarane wiegen max. 500g. Als größter wird der auf den indonesischen Komodo-Inseln lebende Komodo-Waran mit 1,50 bis 3m Länge und einem Gewicht von 60 -150kg benannt. Damit wäre er derzeit die größte lebende Echse der Welt. Warane ernähren sich ausgesprochen vielseitig, neben Früchten auch Jungvögel, Schnecken, Krebse, Fische insbesondere Eier.
Besonders interessant sind die Gürtelschweifechsen - diese lassen sich in zwei Unterarten unterteilen:
Die Schildechsen haben kräftige längliche Körper mit kräftigen, gekielten sich überlagernden Schuppen. Die Augen- und Ohröffnungen sind deutlich zu sehen. Schildechsen sind wie die Gürtelechsen in allen Gliedmaßen gut ausgebildet. Die Gürtelechsen haben eine eindrucksvolle "Rüstung" aus stacheligen Schuppen, die den größten Teil des Körpers bedecken. Der Schwanz trägt kräftige, in Windungen angeordnete und abstehende Schuppen, die den Tieren die Namen gaben.
Leguane gehören zu den großen Echsenarten. Sie leben im Norden Mexikos über Zentralamerika bis nach Südamerika - ebenso auf einigen Inseln des Atlantiks und auf der Seite des Pazifiks. - Manche Populationen wurden vom Menschen bis nach Florida oder an die Nordküste von Puerto Rico gebracht. Durch Biotopzerstörung zählen sie jedoch zu den gefährdeten Arten.
Einige Leguanarten können bis zu 180-210 cm lang werden - Artbestimmend ist ein auffälliger Hautlappen unter dem Kinn mit gezähntem Rand und ein stark vergrößertes Schuppenschild unter den Ohröffnungen sowie ein Kamm von stachelartigen Schuppen die sich vom Nacken bis zum Schwanz hin erstrecken. Beispielsweise der grüne Leguan ist ein Baumbewohner, der sich auch in der Nähe von Wasserläufen aufhält, da er auch ein geschickter Schwimmer und Taucher ist.
Agamen bewohnen einen großen Teil der 'alten Welt' - d.h. Afrika, Asien und Australien, die Verbreitung kam durch ihre große Anpassungsfähigkeit. Sie leben hierbei in Steppenlandschaften und Wüstengebiete, leben aber auch auf Bäumen und anderen Trockengebieten und haben sich an ihre Lebensräume durch Fortentwicklung ihrer Körpereigenschaften angepasst. So z.B. nutzt die Kragenechse ihren Schwanz zum Steuern, wenn sie von Baum zu Baum springt bzw. "fliegt" - so auch die Hautsäume zwischen den Zehen nützlich sind, um über das Wasser laufen zu können. Alle Agamen können äußerst gut sehen. Das Auge ist das wichtigste und am besten entwickelte Sinnesorgan dieser Echsen. Ebenso auch das Gehör. Sie haben überdies Riechzellen im Nasengang und auch das 'Jacobsonsche Organ', womit die Tiere ebenfalls Gerüche wahrnehmen können. Einige Agamen nehmen Feuchtigkeit über die Haut auf, andere trinken direkt aus Bächen und gesammeltem Regenwasserpfützen - je nach Lebensraum, der auch den Speiseplan mitbestimmt. So ernähren sich fast alle Agamen, außer Dornschwanzagamen und Segelechsen von Beutetieren wie z.B. Insekten und Kleinsäugern und von einigen Pflanzen.
Eine weitere Untergruppe der Echsen bilden die Chamäleons. Sie besitzen ungewöhnliche Augen. Während das eine Auge nach vorne blickt, kann das andere nach hinten schauen. Mit ihrer klebrigen langen Zunge fangen sie Insekten. Dazu schnellt ihre Zunge explosionsartig und zielgenau aus. Ihre merkwürdige Fortbewegung im "stop-and-go" und ihr interessanter bauchiger Körperbau mit ausgeprägten, krallenartigen "Händchen", die Äste fest umgreifen können, machen sie für jeden Beobachter zu einem Erlebnis. Die meisten Chamäleons haben einen gut ausgebildeten Greifschwanz, den sie zusätzlich zum klettern und Gleichgewichtsausgleich einsetzen können. Der Schwanz kann jedoch nicht regeneriert werden. Chamäleons legen zumeist große Eigelege in einer Grube ab, die sie über dem Boden tarnen, jedoch Zwergchamäleons bringen gut entwickelte Lebendgeburten zur Welt. Überdies besitzen Chamäleons die Fähigkeit, die Farbe zu wechseln, um sich damit ihrer Umgebung anzupassen oder auch damit einen Temperaturausgleich im Körper im Verhältnis zur Sonneneinstrahlung zu erzeugen.
Auch manche andere Echsenarten können ebenfalls ihre Hautfarben ändern. Der Blattschwanzgecko aus der Gruppe der Geckos passt sich der Farbe des Baumstammes an, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Blattschwanzgeckos leben in den Wäldern Madagaskars. Da diese Wälder durch Rodungen ständig verkleinert werden, gehört der Blattschwanzgecko zu den bedrohten Arten. Ihre Körper sind mit Schuppen bedeckt, die entweder fein oder weich gekörnt sind, und sie können alle den Schwanz abwerfen (Autotomie) und erneuern. Der Bau der Finger ist eine Sonderanpassung an den Lebensraum der Geckos und eine Bestimmungshilfe bei den verschiedenen Gattungen.
Geckos sind geschickte Kletterer. An ihren "Haftzehen" befinden sich winzige Härchen. Diese Härchen dienen als Wiederhaken und ermöglichen es den Geckos, sich sogar auf sehr glatten Oberflächen festzuhalten. Der Hausgecko ist ein Beispiel für die Geckos mit "Haftzehen"; mit ihrer Hilfe können die Tiere senkrecht und "kopfunter" an Felsflächen und Baumstämmen wie auch Glasscheiben laufen. Andere bodenbewohnende Formen, wie der Wüstengecko, besitzen Häute zwischen den Zehen, damit sie den Dünensand überqueren können, während die Pfeifgeckos lange, fransige Zehen besitzen, um sich im eher harten, doch ebenfalls sandigen Gelände bewegen zu können. Bei vielen Arten enden die Finger und Zehen mit kleinen Krallen.
Echsen sind nahe Verwandte der Schlangen, aber es gibt offensichtliche Unterschiede. Beispielsweise besitzen fast alle Echsen Beine. Auf der Erde existieren etwa 3.000 verschiedene Echsenarten und bilden damit die größte Gruppe der Reptilien. Ihre Herkunft lässt sich bis 190 Millionen Jahre zurückverfolgen. Echsen haben zumeist Gliedmaßen, Ohröffnungen, einen Schwanz, der länger als der Körper oder mindestens genauso lang ist und bewegliche Augenlider. Bei Tieren die schwer von Schlangen zu unterscheiden sind, da sie z.B. beinlos oder kurzschwänzig sind und keine Ohröffnungen haben, kann die Zuordnung erfolgen, wenn deren Augen durch ein Lid verschlossen werden können, da dies bei Schlangen niemals vorkommt. Bei Formen, die den Schwanz abwerfen können, erneuert sich dieser in der Regel - das gibt es im Vergleich zu Schlangen nie.