Nur wenigen Zoos in Deutschland ist diese Echse zu sehen. Das Landauer Reptilium verfügt über ein einmaliges Exemplar dieser Echsenart das Forschern geholfen hat ein neues Hormon zur Behandlung von Diabetes Typ 2 (Zuckerkrankheit) zu entwickeln.
Die Natur hilft erneut bei der Behandlung von Krankheiten
Der Speichel des Gilamonster oder Heloderma suspectum, hat für die Entwicklung einer völlig neuen Behandlung des Diabetes ( Zuckerkrankheit) möglich gemacht. Wieder mal haben sich Wissenschaftler der Natur bedient um medizinische Probleme zu lösen. Es waren deutsche Forscher von der Universität Göttingen die dieses Therapieprinzip untersucht und entwickelt haben. Das neue Medikament ist ein Hormon des Dünndarms (GLP1- Analogon) mit Blutzuckersenkender Wirkung. Es muß derzeit zweimal wie Insulin in den Bauchgespritzt werden.
Die Forscher hatten zunächst das menschliche Hormon eingesetzt. Dabei fiel auf dass das menschliche Hormon nach kurzer Zeit abgebaut wurde und damit wirkungslos war. Erst durch die Entdeckung des Speichels einer Wüstenechse
(Heloderma suspectum) fand man ein dem menschlichen Hormon (GLP1) ähnliches Hormon jedoch mit verlängerter Wirkung. Von da an war eine neue Behandlung geboren. Die Forscher bildeten das neue Hormon nach dem Bauplan des Speichels der Wüstenechse nach.
Daraus entstand ein Medikament, das eine längere Wirkung im menschlichen Körper hat und für die Praxis nutzbar war.
Wirkung des Neuen Medikaments
Der Blutzucker senkende Wirkung wird durch, eine Verbesserung der Zuckeraufnahme in den Muskel, eine Verminderung der Zuckerneubildung in der Leber und
eine verbesserte Wirkung der Hormon bildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse erreicht.
Die Besonderheit des neuen Medikaments ist, dass unter Therapie einer Diabetesbehandlung eine große Gewichtsabnahme von mehr als 4 kg in einem Jahr möglich ist.
Dies hängt damit zusammen, dass das Medikament auf das Sättigungsgefühl Einfluss hat, aber gleichzeitig auch auf die Magenentleerung, in dem es eine Verzögerung der Magen-entleerung bewirkt, so dass die Menschen dann weniger Hunger verspüren als normal.
Auch neu an der Behandlung ist ein im Tierexperiment nachgewiesener Schutz der Insulin bildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse bei Typ 2 Diabetes.
Bisher war bei allen Behandlungen des Typ 2 Diabetes eine Verschlechterung der Insulin bildung von Jahr zu Jahr der Zuckerkrankheit feststellbar. Deshalb muß nach einigen Jahren Diabetesbehandlung meist eine zusätzliche Insulinbehandlung begonnen werden. Mit diesen neuen Hormon besteht die berechtigte Hoffung, dass sich die insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse wieder erholen und man möglicherweise dadurch später oder gar nicht in seinem Leben auf Insulin eingestellt werden muss.
Seit April d. J. ist das neue Medikament ein Hormon
GLP 1-Analogon (Byetta®) zur Behandlung von Diabetikern auf dem deutschen Markt zugelassen.
Zu diesem Zweck wurden am 12.06.07 die Ärzte des Diabetesnetzes e.V. im Rahmen einer Fortbildung über diese neue Therapie informiert.
Das Medikament ist in Deutschland zugelassen und kann auf Kassenrezept verordnet werden.
Nebenwirkung
Das neue Medikament wird zweimal gespritzt und verursacht als Nebenwirkung manchmal Übelkeit.
Die Gila-Krustenechse (Heloderma suspectum) ist ein Vertreter der Krustenechsen (Helodermatidae). Ihr Name (US Engl. Gila Monster) stammt vom Gila-Fluss im Südwesten der USA (Bundesstaat Arizona) und ist mexikanischen Ursprungs, daher ist die Aussprache wie Hiela. Neben dem anderen Vertreter dieser Familie, der Skorpion-Krustenechse (Heloderma horridum) (US Engl. Mexican Beaded Lizard) ist sie die einzige giftige Echse. Sie wurde erst 1859 durch S. F. Baird bei naturwissenschaftlichen Bestandsaufnahmen im Auftrag der US-amerikanischen Regierung entlang der Grenze zu Mexiko entdeckt.
Aussehen
Die Gila-Krustenechse erreicht normalerweise eine Körperlänge von 70 cm, einzelne Exemplare sind mit 100 cm gemessen worden. Sie hat einen breiten, massiv aussehenden Körper, einen großen Kopf mit winzigen Augen und kurze Beine mit scharfen Krallen. Der kräftige Schwanz dient als Fettreserve für Zeiten mit Nahrungsnot. Ihre Haut ist schwarz und höckrig mit roten bis rosa Flecken, die auch orange bis gelb sein können.
Die Gila-Krustenechse lebt in der Sonora-Wüste im Südwesten der USA und im Nordwesten Mexikos. Sie ist von Meeresniveau bis in Höhen von 1500 m zu finden.
Die Gila-Krustenechse ist, angepasst an ihre aride Umgebung, dämmerungs- und nachtaktiv, bei kühlerem Wetter aber auch über Tag. Tagsüber hält sie sich in Erdhöhlen oder unter Steinen auf. Ihre Nahrung besteht aus Vogel- und Reptilieneiern, kleinen Wirbeltieren und wirbellosen Tieren. Die Beute wird mit dem Jacobson-Organ aufgespürt. Die Gila-Krustenechse kann eine Hungerzeit von mehreren Monaten überstehen, allerdings muss sie regelmäßig Wasser aufnehmen.
Die Weibchen legen bis zu 15 Eier im feuchten Sand ab, innerhalb eines Monats entwickeln sich daraus die Jungen. Die Gila-Krustenechse wird bis zu 20 Jahren alt, in Gefangenschaft sind 30 Jahre alte Exemplare beobachtet worden.
Die Gila-Krustenechse ist stark bedroht.
Die Gila-Krustenechse erzeugt in umgewandelten Unterkieferdrüsen ein Toxin. Dieses wird nicht, wie bei Schlangen, durch Hohlzähne injiziert, sondern läuft entlang einer Kerbe in den Zähnen des Unterkiefers. Die Echse verbeißt sich in den Körper ihres Opfers und massiert das Gift durch Kaubewegungen ein. Es ist dann sehr schwierig, eine Gila-Krustenechse von ihrem Opfer zu lösen.
Ein Biss ist für Menschen nicht lebensgefährlich, wird aber als extrem schmerzhaft beschrieben. Die Echse beißt nur zur Verteidigung und warnt zuvor durch Fauchen und Zischen. Es sind nur wenige Fälle von menschlichen Opfern bekannt, da die Echse nur zubeißt, wenn man sie bis auf das Äußerste reizt.
Symptome eines Bisses sind mehrere kleine Bisswunden, oft abgebrochene Zähne in den Wunden, und Schwellungen, Ödeme und Blauverfärbung der betroffenen Extremität. Der Schmerz breitet sich in wenigen Minuten aus und bleibt bis zu 24 Stunden bestehen. Begleiterscheinungen sind Hypotonie bis zum Kreislaufschock, Schwitzen und Schwindel.
Das Toxin besteht aus dem Glykoprotein Gilatoxin (einem Neurotoxin) sowie weiteren Glykoproteinen und Enzymen. Eines dieser Glykoproteine, das Polypeptid Exendin-4 beziehungsweise die synthetische Variante Exenatide, wird zur Behandlung von Diabetes Mellitus Typ 2 eingesetzt.
Spencer Fullerton Baird: Reptiles of the Boundary, with notes by the naturalists on the Survey. S. 1-35. In: W.H. Emory, Report on the United States and Mexican Boundary Survey, made under the direction of the Secretary of the Interior. 34th Congress, 1st Sess., Sen. Exec. Doc. (108), Vol. II, Part II, Washington (D.C.), 1859
Spencer Fullerton Baird: Report upon the reptiles of the route. S. 37-45. In: Reports of explorations and surveys for a railroad route from the Mississippi River to the Pacific Ocean. Route near the thirty-fifth parallel, explored by Lieutenant A. W. Whipple. Vol. 10, Pt. 6, 91:(4), Washington (D.C.), 1859
Dr. Stephan Kress
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